Dr. René Brülhart
Autorità di Informazione Finanziaria
Palazzo San Carlo
00120 Città del Vaticano

Verehrter Dr. Brülhart,

Sie müssen sich am besten mit den Finanzen des Vatikans auskennen und können mir im gegenseitigen Einvernehmen bei der Abwicklung seines Vermögens behilflich sein. Die Historiker haben ihr Urteil über diesen Staat gesprochen, es bleibt nur die Konsequenzen zu ziehen. Die Berechtigung seiner Existenz kann nicht mit dem Vertrag mit einem faschistischen Staat begründet werden, und die Unterzeichnung dieses Vertrages durch Benito Mussolini macht seinen Inhalt und Gegenstand ungültig: Genauso gut konnte damaliger Papst mit dem Teufel verhandeln und Verträge abschließen. Aus besagtem Grund sind auch nachfolgende Versuche, diesen Vertrag zu legitimieren, unrechtmäßig und unwirksam.

Es gibt auch eine Reihe anderer Gründe für meine Entscheidung, diesem Staat seine Suoveränität zu entziehen, der Italienischen Republik einzugliedern, seine Archive für die Wissenschaftler zu öffnen, und übrige Kulturgüter für die Besucher und Nutzer zugänglich zu machen.

Die Urheber und Betreiber des Vatikans wähnen sich in der Rolle der Stellvertreter von Gott auf der Erde, und die Päpste sehen sich in ihrem Amt als die Nachfolger des Apostels Petrus bestätigt. Dennoch widerspricht diese Positionierung neutestamentarischer Überlieferung. Die Päpste haben sich zu den Oberhäupter der katholischen Kirche gemacht, obwohl der Haupt der Kirche Jesus Christ ist, und alle übrigen Gläubige dazu berufen sind, ihn zu verkörpern. Im Text des Neuen Testaments ist die Rede von Aposteln, Bischöfe, Propheten, Evangelisten, Hirten, Lehrern, Gehilfen (Epheser 4:11-13, 1 Peter 2:25, Philipper 1:1), die Päpste sind dort nicht erwähnt. Erst durch das Edikt des Imperators Theodosius De fide catholica vom 27. Februar 380 A.D. wurde das Amt des Bischofs von Rom ins Leben gerufen, und seine Bezeichnung als Pontifex unterschied sich bemerkenswerter Weise von der Bezeichnug des Bischofs des Oströmischen Reiches, der als Episkop, altgriechisch Ἐπίσκοπον, d.h. Bischof tituliert wurde. Diese Unterscheidung ist kein Zufall und erklärt sich damit, daß das Christentum in der griechischen kulturhistorischen Tradition verwurzelt ist, während Rom nur beanspruchte, eine zentrale Rolle in dieser Geschichte zu spielen, was ihm keinesfalls gelungen ist. Der Grund für dieses Mißlingen besteht darin, daß die Kultur und das Barbarentum unvereinbar sind, und alle bisherige Versuche, das Römische Reich wiederbeleben und in der Reihe seiner Inkarnationen als Heiliges Römisches Rech Deutscher Nation, Tausendjähriges Hitler-Rech, oder Europäische Union wiederherzustellen, zum Scheitern verurteilt sind, weil ihnen die Seele, die Substanz fehlt.

Gleichfalls ist die päpstliche Vorstellung, Brückenbauer zu sein, abwegig. Die Brücken dienten in erster Linie als militärisches Mittel, um zu erobern und anzuschließen, nicht, um Frieden zu bringen und sich zu verständigen. Gleichfalls machen die Päpste keine Konkurenz dem Regebogen, und ihre Residenzen oder Körperschaften sind keine Brücken zwischen Himmel und Erde.

Die Päpste haben sich in der Vergangenheit wie Barbaren verhalten und der letzte Papst in der Geschichte ist unzurechnungsfähig und närrisch. Er ist nach Rom aus Argentinien eingewandert und meint, er kann hier seinen bisherigen Mißbrauch fortführen und betreiben wie bisher, aber noch in einem viel größeren Ausmaß. Kennzeichnend für diesen Mißbrauch ist sein zur Schau gestellter Wahn: Indem er die Füße von Flüchtlingen wäscht oder die Messen in den Gefängnissen zelebriert, zeigt er in aller Öffentlichkeit seine Unfähigkeit, zu unterscheiden, und somit die Abwesenheit jeder Vernunft, und dazu noch krankhaftes Besterben, sich noch an dem Elend dieser Welt zu bereichern.

Im Gegensatz zu diesem wahnsinnigen Papst hat Jesus die Füße nicht jedem gewaschen, den er begegnete, sondern nur seinen Lehrlingen und Erben, deren Geist bereits durch seine Einwirkung gereinigt wurde, und diese Waschung war eine symbolische Geste: Die verschmutzten Füße kann man abwaschen, was unvergleichlich schwierig ist, wenn die Seele verschmutzt ist. Wenn der Papst meint, daß ein Haftanstallt oder ein Hinrichtungsort einen Heiligen mit den Sündern vereinen, dann ist seine Meinung der offensichtliche Ausdrück seines Unverständnises neutestamentarischer Geschichte. In übrigen bewerte ich sein Verhalten als heuchlerisch. Er soll lieber in einen Zirkus wechseln und dort als ein Clown arbeiten – dort findet er sicherlich Anerkennung, die ihm zusteht.

Um meine Ausführung nicht in die Länge zu ziehen, möchte ich an dieser Stelle einen Schlußstrich ziehen. Die Gesellschaft des geheiligten Greiecks erfüllte ihren Auftrag nicht, obwohl genau vorgeschrieben war, wie man die Zeit zwischen dem 1. und dem 2. Advent überbrückt. Weil diese Zeit jetzt abgelaufen ist, gibt es keine Rechtfertigung mehr für das Weiterbestehen eines eigenständigen kirchlichen Staat, und seine Mission ist somit beendet. Forthin wird der Vatikan nur als ein Museum erhalten, und jede Person, die wagt, sich zum Papst zu erklären und eine Botschaft des Himmels auf Erden zu öffnen, wird mit der Frage seiner oder ihrer psychischen Gesundheit konfrontiert.

Falls Sie geneigt sind, zu kooperieren, möchte ich Sie bitten, mich über die Finanzen und das Vermögen des Vatikans zu informieren und dazu möglichst präzise Angaben zu machen. Andernsfalls wird Ihre derzeitige Stelle neu besetzt.

Dr. Andrej Poleev

Giuseppe Conte, Matteo Salvini, Alberto Bonisoli und Senatoren der Italienischen Republik.

Verehrter Ministerpräsident,
Verehrter Innenminister,
Verehrter Kulturminister,
Verehrte Senatoren !

Ich beabsichtige die Rückführung des Vatikans in die Italienische Republik, was unter bestimmten Bedingungen zustande kommen kann. Diese Bedingungen sind bereits in meinem Schreiben an Dr. Brülhart kurz gefasst und werden noch zu gegebener Zeit präzisiert.

Soviel mir bekannt ist, wird diese Rückführung keinesfalls zu Last der Republik fallen. Erwartungsgemäß werden reduzierten Ausgaben des Vatikans mit seinen bestehenden Ersparnissen gedeckt und dazu kommen noch die Einnahmen aus verschiedenen anderen Quellen. Entsprechende Haushaltsplanung soll in meinem Auftrag ausgearbeitet werden.

Ich erwarte von Ihnen die Bereitschaft, sich mit diesem Vorhaben zu befassen, und den Umständen entsprechend die Italienische Verfassung zu ändern, d.h. Artikel 7 aus der Verfassung herauszunehmen.

Dr. Andrej Poleev
Berlin, 11.08.2018